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Stündlich aktualisiert

Kultur · Fall Tupac Shakur

Duane Davis muss mindestens 40 Jahre in Haft

Ein Gericht in Las Vegas hat Duane Davis im Mordfall Tupac Shakur verurteilt. Der frühere Gang-Anführer gilt als Drahtzieher; er will Rechtsmittel einlegen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein leerer Gerichtssaal steht für das Urteil im jahrzehntealten Mordfall Tupac Shakur.
Symbolbild: Ein leerer Gerichtssaal steht für das Urteil im jahrzehntealten Mordfall Tupac Shakur. KI-generiert

Mehr als drei Jahrzehnte nach den tödlichen Schüssen auf Tupac Shakur ist der frühere Gang-Anführer Duane Davis in Las Vegas zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wurde am Dienstag im US-Bundesstaat Nevada verkündet. Eine Jury hatte den 63-Jährigen zuvor schuldig gesprochen, den Angriff auf den Rapper organisiert zu haben. Davis kündigte über seine Verteidigung an, gegen das Urteil vorzugehen.

Urteil in Las Vegas

Wie der Spiegel berichtete, verkündete Richterin Carlin Kierny das Strafmaß rund sechs Wochen nach dem Schuldspruch der Geschworenen. Davis erschien demnach in Handschellen vor Gericht. Die Jury hatte nach einem mehrwöchigen Verfahren die Darstellung der Anklage bestätigt, wonach Davis nicht als Schütze, sondern als zentraler Organisator des Angriffs verantwortlich war.

Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass Davis eine Vergeltungsaktion plante und die Tatwaffe beschaffte. Nach dem Recht in Nevada kann auch eine Person wegen Mordes verurteilt werden, wenn sie die Tat unterstützt, ohne selbst geschossen zu haben. Davis hatte auf nicht schuldig plädiert.

Nach Darstellung der FAZ verwies Richterin Kierny bei der Strafzumessung auch auf Davis’ Auftreten im Prozess. An ihn gerichtet sagte sie laut dem Bericht: „Sie haben aber kein Recht, einem Mann das Leben zu nehmen.“ Davis habe während der Verkündung äußerlich kaum reagiert.

Der Angriff von 1996

Tupac Shakur wurde am 7. September 1996 in Las Vegas in einem Auto von mehreren Kugeln getroffen. Sechs Tage später starb er im Krankenhaus. Er war 25 Jahre alt. Der Musiker zählte bereits damals zu den bekanntesten Rappern der USA und wurde mit Stücken wie „California Love“ und „Changes“ weltweit bekannt.

Nach der Anklage saß Davis in einem weißen Cadillac, aus dem die Schüsse auf Shakur abgegeben wurden. Der Deutschlandfunk berichtete, Davis sei einer von vier Männern in dem Tatfahrzeug gewesen und habe öffentlich mehrfach eingeräumt, dort gesessen zu haben. In früheren Aussagen und in seiner Autobiografie hatte Davis sich zu seiner Rolle in der Nacht geäußert. Er behauptete unter anderem, sein inzwischen verstorbener Neffe habe geschossen.

Dem Angriff war nach den Darstellungen im Verfahren ein Streit im Umfeld rivalisierender Gruppen vorausgegangen. Davis war früher Anführer der South Side Compton Crips. Shakur wurde der Szene um eine verfeindete Gruppierung zugerechnet. Auch der Musikproduzent Marion „Suge“ Knight wurde bei der Attacke verletzt.

Lange Ermittlungen

Der Fall blieb jahrelang ohne Anklage. Davis wurde erst 2023 in Las Vegas festgenommen. Gegen ihn wurde unter anderem wegen Mordes unter Verwendung einer tödlichen Waffe vorgegangen. Für die Ermittler spielten seine eigenen öffentlichen Schilderungen eine zentrale Rolle. Die Polizei erklärte, gerade diese Aussagen hätten den Fall vorangebracht.

Die Verteidigung versuchte im Prozess, die früheren Äußerungen zu entwerten. Anwalt Michael Sanft stellte Davis als jemanden dar, der übertrieben und erfunden habe, um Aufmerksamkeit und Geld zu gewinnen. Körperliche Beweise dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort war, wurden im Verfahren nicht präsentiert. Sanft kündigte nach dem Urteil Berufung an und kritisierte zudem, die Anklage sei viel zu spät erhoben worden.

Eine weitere Streitfrage betrifft frühere Vereinbarungen mit Ermittlungsbehörden. Davis hatte in der Vergangenheit in polizeilichen Befragungen Aussagen gemacht. Seine Verteidigung argumentiert, er sei dadurch später faktisch zum Belastungszeugen gegen sich selbst geworden.

Bedeutung für Hip-Hop

Tupac Shakur gilt bis heute als eine der prägenden Figuren des Hip-Hop. Seine Musik, seine Texte und sein öffentliches Auftreten beeinflussten die Rap-Kultur weit über die 1990er-Jahre hinaus. Weltweit verkaufte er Millionen Tonträger. Sein Tod wurde zu einem der bekanntesten Kriminalfälle der US-Musikgeschichte.

Vor der Verkündung des Strafmaßes kamen Angehörige Shakurs zu Wort. Seine Schwester Sekyiwa Shakur erinnerte an seinen Einsatz für Familie und Freunde und forderte eine harte Strafe. Auch andere Familienmitglieder beschrieben die Folgen der Tat. Mit dem Urteil erhält der jahrzehntelang offene Fall nun eine juristische Zäsur. Davis will die Entscheidung dennoch nicht akzeptieren.